Paravents: Achim Kobe

 

Die Ausstellung „paravents“ im loop-raum für aktuelle kunst“, die am … eröffnet wird, zeigt neue Arbeiten des Malers Achim Kobe.

Für die Präsentation hat der Künstler zwölf Paravents entworfen. Jeweils vier Leinwände aus Nessel, die mit Klappscharnieren verbunden sind, bilden eine Stellwand, wobei die Paravents in der Breite stark variieren, in der Höhe alle identisch sind. Die Wände sind mit unterschiedlichen, monochromen Farbtönen bemalt, der Duktus ist auf Streifenmuster- und anordnungen reduziert, wie sie von den Tapetenwänden Kobes bekannt sind.

Mit den im Ausstellungsraum positionierten Paravents erweitert Achim Kobe seinen künstlerischen Ansatz in mehrfacher Hinsicht. Zum einen geht es um die Loslösung vom Bildträger „Wand“, der die bisherige Arbeit des Künstlers dominierte. Die „Tapetenbilder“ passen sich hier nicht an die Gegebenheiten des Ortes an; sie treten aus ihrem räumlichen Rahmen heraus und werden autonom.
Zum anderen bewegen sich die Arbeiten nicht länger nur im Kontext Malerei. Die Loslösung der Bilder von der statischen, fixierten Wand bietet durch die flexible Positionierung überraschende Momente, die durch die unterschiedliche Breite der Bildträger noch unterstrichen werden. Das Tafelbild wird zur Skulptur. Dieser Effekt wird auch durch die monochrome Farbgebung und die unterschiedliche Größe unterstrichen. Mit der Verwendung von Nesselstoff statt Papier erhalten die Stellwände durch die textilen Strukturen einen spröden, haptilen Charakter.
Als Gesamtarrangement verändert dieser „Skulpturenpark“ wieder den Raum, begrenzt, teilt ihn, gibt dem Betrachter eine Bewegungsrichtung vor. Gleichzeitig finden die im Alltagsleben auf die Funktion des Absperrens, Versteckens reduzierten Paravents eine neue Zuordnung: sie zeigen, statt zu Verdecken.