Archeologia Industriale: Karsten Konrad

   


Eröffnung: Freitag, 8.November, 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 09.11. bis 7. 12. 2002
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag, 14 – 18 Uhr


Mit der Ausstellung “Archeologia Industriale”, die eine Rauminstallation von Karsten Konrad zeigt, beschließt loop-raum für aktuelle kunst seinen Ausstellungszyklus 2002. Thema der Installation, mit der sich Konrad einmal mehr an der Grenze zwischen Raum, Architektur, Skulptur und Modell bewegt, ist “Il Lingotto” in Turin, ein 600 Meter langes Gebäude mit fünfStockwerken und einer weltweit einmaligen Auto-Teststrecke auf dem Dach. Das 1916 von FIAT-Gründer Agnelli errichtete Gebäude wurde als “la prima invenzione costruttiva futurista”, als eine Ikone der Moderne in Italien gefeiert.

Mit der Rauminstallation kehrt Karsten Konrad zu seinem Ansatz zurück, der die Transformation und Neuformung räumlicher Gegebenheiten thematisiert. Im Falle der vorliegenden Arbeit ließ sich der Künstler von der spezifischen Tiefe und Querteilung des Raums, sowie von dem Teerboden, der eine Assoziation mit Strassen/Autos/ Rennstrecken geradezu provoziert, inspirieren.

“Archeologia Industriale” ist kein Modell der FIAT-Rennbahn. Wie der Titel andeutet, geht es bei dieser Arbeit nicht um eine Nachbildung der Architektur, sondern um eine Analyse des Vorgefundenen, ein Nachvollziehen der Idee und Form. Konrad legt die Idee, die Struktur des modernistischen Gebäudes frei und überträgt die Essenz auf seine Rauminstallation.

“Archeologia Industriale” sucht nach den Wurzeln der Kunst, nach der Vision, die das “Lingotto” als Teil des Auftaktes der Moderne verkörperte. Tatsächlich war das Werk schon bei seiner Fertigstellung überholt: es war der Leistung und Geschwindigkeit der Automobile nicht mehr gewachsen. So ist das “Lingotto” zugleich Ikone der Moderne, speziell des Futurismus, wie auch Symbol ihres Scheiterns. In klaren Formen, Kontrasten von schwarzem Teer und weißem Gips reduziert er das Vorbild auf das Wesentliche. Die Teerbahn führt zum Boden, auf dem sich der Betrachter bewegt: die Vision wird Gegenwart.