AREA CODE
Janine Eggert
Alekos Hofstetter
| In AREA CODE begegnen sich Skulpturen von Janine Eggert und Zeichnungen von Alekos Hofstetter als unterschiedliche, aber miteinander verschränkte Zugänge zur gebauten Welt. Die Ausstellung versteht sich als Verdichtung von Codes – materiell, architektonisch und imaginär – und lädt dazu ein, Skulptur und Zeichnung als Schnittstellen zwischen Realität, Erinnerung und Projektion zu lesen. „Area Code“ verweist auf Systeme der Zuordnung und Adressierung: auf geografische Markierungen ebenso wie auf technische und soziale Codes, die Räume, Objekte und die Wahrnehmung strukturieren. Als englische Übersetzung für „Vorwahl“ steht der Begriff für den Moment vor der telefonischen Verbindung – eine Schwelle, an der Zugehörigkeit und Distanz bereits festgelegt sind. In der Ausstellung wird AREA CODE zum gemeinsamen Denkraum, in dem Skulptur und Zeichnung als Träger solcher Codierungen erscheinen: als Formen zwischen Funktion und Abstraktion, zwischen gebautem Raum und utopischer Projektion. Die skulpturalen Arbeiten von Janine Eggert transformieren industriell gefertigte Objekte und Materialien in eigenständige, ornamental aufgeladene Formen. Ausgangspunkt sind technische Bauteile und Funktionsfragmente, deren ursprünglicher Zweck durch Prozesse der Vergrößerung, Materialverschiebung und farblichen Überformung aufgehoben wird. Durch den Einsatz von farbigem Epoxidharz und hochglänzenden Beschichtungen durchlaufen diese Elemente einen Zustand der Entfunktionalisierung, in dem sie zwischen Abstraktion und Wiedererkennbarkeit oszillieren. Die Skulpturen legen die ästhetische Dimension vermeintlich neutraler Funktionsformen frei und hinterfragen hierarchische Zuschreibungen von Zweckmäßigkeit, Effizienz und Wert, die industrielles Design und die gebaute Umwelt prägen. Als raumbildende Körper treten sie in den Dialog mit urbanen Maßstäben und der Logik des Bauens. Dabei markieren sie einen Zwischenraum, in dem Funktion zur Fiktion wird und ornamentale Überhöhung als kritisches Instrument erscheint. Alekos Hofstetters architekturbezogene Zeichnungen im Rahmen seines Werkzyklus „Tannhäuser Tor“ sind inspiriert durch das Verschwinden der Bauwerke der Nachkriegsmoderne aus unserer Umwelt und dem öffentlichen Bewusstsein. Mit diesem Verschwinden löst sich ihr einstiges utopisches Versprechen auf. Welche Relevanz hat diese Verlusterfahrung für unsere Gesellschaft? Es ist Hofstetters Konstruktion des utopischen Kontexts einer "Neuen Heimat", in der die Distanz, die unsere Gesellschaft zur Architektur der Moderne etabliert hat, sichtbar wird. Im Fokus von Alekos Hofstetters zeichnerischem Schaffen steht die Auseinandersetzung mit der Relation von Zeit zu Erinnerung. Seine Arbeiten auf Papier zeigen die Überlagerung ikonischer, emblematischer Architekturen mit Schriftzügen und Elementen aus Comics. Hofstetters Motivik reicht von sozialem Wohnungsbau über verschlungene Architekturkomplexe und skulpturale Gebilde in menschenleeren Räumen bis hin zu Schwimmbädern und monumentalen Bauten auf dem Mond. | ||
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