FORMATE@B-Part Exhibition


Artist Studios

Im ersten Stockwerk des B-Part, des Stadtlabors in der Urbanen Mitte am Gleisdreieck, gibt es Räumlichkeiten zum kreativen Arbeiten: zum Denken, Skizzieren, Schreiben, Zeichnen, Komponieren, Entwerfen, Projizieren, Programmieren, Hacken oder Beraten. In den B-Part Artist Studios sind Denker*innen, Künstler*innen und Kreative eingeladen, sich mit den konkreten und den gedanklichen Nachbarschaften der Räumlichkeiten auseinanderzusetzen. Der großzügige Blick aus den Studiofenstern auf den Park und die umliegenden Quartiere inspiriert hierzu genauso wie die vielfältigen Funktionen und Nutzer*innen des B-Part selbst. So können die B-Part Artist Studios Refugium, Denklabor, Treffpunkt, Planwerkstatt, Inkubator oder Leuchtturm sein. Neue Ideen entstehen durch Konzentration und Kommunikation. Die B-Part Artist Studios ermöglichen beides und schaffen so auch einen Raum für neue Formen künstlerischer Arbeit.
Be Water

Wasser ist Element und Naturgewalt, Rohstoff und Ressource. Auf Geist, Körper und Seele übt es eine unbedingte Faszination aus.  Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Wasser seit jeher auch Thema in der Kunst. Be Water, die neue Ausstellungsreihe bei B-Part Exhibition, greift das Thema Wasser nun auf. In verschiedenen Positionen nähert sich Be Water experimentell, spielerisch und sinnlich dem Phänomen in all seinen Zuständen an und zeigt dabei, dass die Zukunft des Wassers auch in der Kunst liegt.

Bei Be Water greifen künstlerische Konzepte die verschiedenen Qualitäten der lebensnotwendigen Flüssigkeit auf – seine Anomalie, seine Formen, seine Fließfähigkeit. Doch jenseits der physischen Eigenschaften des Wassers treten auch dessen kulturelle und gesellschaftliche Funktionen in den Vordergrund: Als Medium verstanden, verbindet Wasser verschiedene Sphären, bedingt notwendige Fragen zu Ökologie und Zukunft, zu Knappheit und Übermaß und ist bei alldem immer auch ein Stoff, der sich der Gestaltung entzieht und so die Künste fordert.

Be Water ist in diesem Sinn ein Aufruf, die eigene sinnliche Begegnung mit dem künstlerischen Material Wasser aus zeitgenössischer Sicht zu überprüfen, um dessen ästhetische Besonderheiten neu zu erfahren.
Images of Architecture

Am Anfang aller Architektur ist das Bild. Sei es als Handskizze, als grafisch dargestellter Datensatz, als Bauplan, als für die Öffentlichkeit aufbereitete 3D-Montage, als lebensechte Abbildung auf einem Bauschild: "Hier entsteht". Das Verhältnis von Bildern zu Architektur ist ein dynamisches, das sich immer wieder neu findet, neu definiert. Immer neue Formen und Techniken der Bildproduktion und Bildbearbeitung scheinen in einem Wettstreit mit immer neuen Formen und Techniken des Konstruierens und Bauens. Die Kunst, dieses spezifisch Bildhafte in der Architektur erkennen, und umgekehrt, Rückwirkungen von Architektur auf die Produktion von Bildern aller Art aufspüren zu können, ist so reizvoll wie notwendig.

Die neue Ausstellungsreihe "Images of Architecture" bei B-Part Exhibition fragt nach den vielfältigen Spielarten des künstlerischen Aufeinandertreffens von Bild und Architektur. Der Charakteristik des Ausstellungsraumes entsprechend bewusst vom Bild her denkend, versammelt die Reihe in Einzel- und Gruppenausstellungen Künstlerinnen und Künstler, die verschiedene Wahrnehmungsweisen des Umgangs mit, des Blicks auf und des Bildes von Architektur zeigen.
Moving Grounds

Moving Grounds ist ein experimentelles Format bei „B-Part Exhibition“, dem von Rüdiger Lange geleiteten Ausstellungs- und Produktionsraum im „B-Part Am Gleisdreieck“. So wie das „B-Part am Gleisdreieck“ als Ort von New Work, Co-Working, Kultur und Sport die städtebaulichen Entwicklungen der „Urbanen Mitte am Gleisdreieck“ mitbegleitet und mitdefiniert, sucht das Moving Grounds-Format im Besonderen diese Entwicklungen übergreifend und künstlerisch mitzugestalten und zu reflektieren. Die zu Moving Grounds eingeladenen Projekte arbeiten künstlerisch autonom, stehen dabei aber gleichzeitig im Dialog mit den übergeordneten Themen des Gesamtprojektes: Formen der neuen Stadt, des zukünftigen Lebens und Arbeitens. Für Moving Grounds werden Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen eingeladen, prozesshaft über mehrere Tage neue Prototypen des urbanen Raums in den Blick zu nehmen. Moving Grounds schafft so Wechselwirkungen zwischen künstlerischen, kulturellen und sozialen Ansätzen.

Moving Grounds bedeutet, dass sich der Gestaltungfreiraum, den die Reflexion über Stadt benötigt, erst in Produktion und Praxis bildet. Die Moving Grounds-Formate sind dabei durch das Prinzip eines offenen Kulturverständnisses definiert: Moving Grounds fragt nicht nach Produkt, Ergebnis, Effizienz, sondern nach Zeit, Zusammenarbeit, Dialog. Variable Formen verstetigter künstlerischer Kollaboration, deren Methoden und Ansätze sich in der jüngsten Vergangenheit als resilient erwiesen haben, begegnen hier den gängigen und den sich entwickelnden Co-Working-Formaten.

Dieses Zusammentreffen bringt ein Verständnis von Gemeinsamkeit hervor, das Arbeit als Wert an sich anerkennt. Vor Ort können so weitere Methoden, neue Formate entwickelt werden, in denen sich andersartige Synergien bilden: neben Effizienzteams entstehen mitgestaltende Interessengemeinschaften, Foren verdichten sich zu Communities, Professionalisierungsprozesse liefern den Humus für Neues. Sich ohne vertraglich geregelten Output in diese Prozesse einzubringen, ist dabei Teil des Spiels (nichts anderes sollte Stadt in günstigsten Momenten sein): Ein Format wie „Ausstellung“ kann sich dabei gut und gerne ergeben, genauso ermöglicht Moving Grounds aber auch das Glück fragiler Zwischenzustände. Auch für das Unabgeschlossene ein trans- und interdisziplinäres Selbstverständnis in der künstlerischen und kulturellen Produktion zu entwickeln, ist Bestandteil des Moving Grounds-Konzepts.

In einem urbanen Raum wie dem Areal am Gleisdreieck durchschreiten jeden Tag verschiedenste Akteure verschiedenste Welten. Mensch, Natur, Architektur und Technik treffen aufeinander. Die Atmosphäre des urbanen Raums verändert sich dabei stetig. Sedimente entstehen, Schichten überlagern, schneiden und erweitern sich. Dimensionen wachsen – die Tendenz geht von der Fläche zum Raum, vom Grund in die Höhe:

Hochhäuser, Verkehrswege, Durchläufe, Schächte, Erholungsflächen, Ranken, Plattformen, Gärten, Fahrstühle, Gleise, Server, Bilder. Es entstehen multidimensionale Flächen und Raumkörper, die begehbar und erfahrbar sind, aber auch neu erkundet und verhandelt werden müssen.