Here Could Be Home


Agata Feledyn
Weronika Gołaś
Allen Mack
Julia Marchowska
Bartłomiej Mikuła
Jakub Wójcik


Das im Rahmen der B-Part Exhibition entwickelte diskursive Format „Moving Grounds“ setzt sich mit der Erweiterung des Kunstbegriffs im experimentellen Kontext auseinander. Die Gruppenausstellung „Here Could Be Home“ markiert die vierte Ausstellung dieser Reihe und widmet sich dem Begriff des Zuhauses - nicht nur als einen Ort, sondern als einen sich wandelnden Zustand, der von Empfindungen und persönlicher Resonanz geprägt ist. Sechs polnische Künstler*innen untersuchen durch immersive Installationen, sensorische Interaktionen und intime Erzählungen die flüchtige Natur von Zugehörigkeit. Gemeinsam stellen sie sich der zentralen Frage der Ausstellung: Was ist es, das einen Raum so stark mit uns resonieren lässt, dass wir uns erlauben, dort anzukommen?



Die Gruppenausstellung untersucht die Schnittstellen von Raum und Identität sowie von Beständigkeit und Vergänglichkeit. Sie thematisiert die (Un-)Möglichkeit, sich überall zu Hause zu fühlen, und das Streben nach einem Ort der Zugehörigkeit. Die Werke legen persönliche Rituale der Raum-Domestizierung offen, thematisieren die Körperlichkeit der Verwurzelung und die flüchtigen Spuren der Präsenz.



Die Künstler*innen erkunden den Begriff des Zuhauses aus ihren individuellen Perspektiven – sei es durch interaktive Klanginstallationen (Agata Feledyn), textile Kokons, die Fürsorge und Wärme symbolisieren (Weronika Gołaś), skulpturale Unterkünfte aus gebrauchten Kleidungsstücken (Julia Marchowska), Gemälde, die das Dazwischen auf der Suche nach Identität und Heimat erforschen (Allen Mack), Körperperformances, die auf persönlichen Ritualen basieren (Bartłomiej Mikuła), oder kontemplative Filme, die Bewusstsein und Identität hinterfragen (Jakub Wójcik).



Jedes einzelne Werk trägt zu einem Geflecht aus relationaler Intimität und flüchtiger Zugehörigkeit bei, schafft neue Verbindungen und Interaktionen im Raum und lädt die Betrachtenden zur Reflexion ein: Könnte dies eine Form des Zuhauses sein? Welche Wege gibt es, um ein Zuhause zu erschaffen? Wie beständig ist dieser Zustand? Die Ausstellung bietet letztlich keine einheitliche Definition von Heimat sondern präsentiert vielmehr vielfältige Schichten, die die Suche, Momente der Entdeckung und des Verlusts thematisieren.



Das Kollektiv von sechs jungen Künstler*innen verbindet ein ähnlicher Hintergrund sowie die Dynamik sich wandelnder Zukunftsperspektiven für ihre Generation: „Wir sind mit einer Vielzahl offener Türen aufgewachsen, die für frühere polnische Generationen verschlossen blieben. Studien im 'Westen', Weltreisen, der Wunsch, Teil der 'internationalen Gemeinschaft' zu werden – unser Gefühl von Heimat ist geprägt von Mobilität, Vergänglichkeit und Zugang, von Erzählungen über 'großartige Möglichkeiten' und eine 'bessere Welt' anderswo. Der Kompass, der daraus entsteht, ist leicht und durchlässig, seine Ränder wirken undefiniert, doch er kreist weiterhin um das Bedürfnis nach Verwurzelung und Zugehörigkeit. Wir fragen uns, welches Bewusstsein und welche Grenzen damit einhergehen.“



­Der Ausstellungsraum B-Part Exhibition begleitet die künftige Entwicklung der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck mit künstlerischer Autonomie und tritt somit zugleich in einen Dialog mit den übergeordneten Themen des Gesamtprojekts – Formen des New Work, Co-working, Kultur und Sport – und schafft Synergien zwischen künstlerischen, kulturellen und sozialen Ansätzen. Künstlerischer Leiter des B-Part Exhibition ist Rüdiger Lange (loop – raum für aktuelle kunst). ­