Oskar Schmidt - lautlos

07. November bis 14. Dezember 2019 jeweils von
Mittwoch bis Samstag, 14 - 18 Uhr

Ausstellungseröffnung und Empfang:
Mittwoch, 06. November 2019, 18 Uhr
Oskar Schmidt wird anwesend sein.

Die Ausstellung "lautlos" von Oskar Schmidt bildet den Auftakt der Kooperation zwischen B-Part Exhibition und der Konrad-Adenauer-Stiftung.
"Ich wollte weder erzählerisch, noch dokumentarisch sein" hat Oskar Schmidt einmal gesagt und dieser Devise scheint er treu zu bleiben, auch mit dieser kleinen, feinen Ausstellung. "lautlos" gliedert sich in eine Reihe von dicht aufeinander folgenden Schauen in der Galerie Tobias Naehring in Leipzig mit neuen in São Paulo entstandenen Arbeiten und bei Grisebach mit einem kleinen Überblick dieses noch jungen, aber schon wiedererkennbaren Werkes. Oskar Schmidt ist ein Perfektionist, qualitäts- und detailverliebt und nur diese absolute Akkuratesse ermöglicht das, was sich in den Ausstellungstiteln spiegeln soll: Echo-Räume zu schaffen, emotionale environments zu entwerfen, in denen das Maximum an Stille herrscht, in denen lautlos, weil atemberaubenden, extrem ausgereizten Ästhetik die dargestellten (oder genauer: darstellenden) Figuren den Betrachter zu sich selbst führen.
Aber dieser Weg wäre ein schnell zu findender und leicht zu vergessener, wenn es nicht eine weitere Ebene gäbe, eine Ambivalenz, die daher rührt, dass in der Lautlosigkeit offenbleibt, ob die Figuren selbstbestimmt oder aber fremdgesteuert sind. In dieser Ausstellung im B-Part Am Gleisdreieck wollten wir zeigen, dass sich diese Frage ebenso für die Szenerien, die Stillleben stellt. Geradezu ikonographische Arrangements erinnern an kunsthistorische Vorlagen, hinterfragen jedoch unsere eurozentrische Sichtweise. Figuren, denen lange Zeit nur die Peripherie der Kunstgeschichte vorbehalten war, werden ins Zentrum gerückt.
Der digitale Bildhintergrund verweigert jede Zuordnung in Zusammenhänge; Natur und Architektur finden nicht statt. Vielleicht könnten diese Klarheit schaffen, einen Entwurf wagen, so wie es dieser Ort am Gleisdreieck tut und deshalb die ideale Kulisse für diesen Auftritt bietet. Architektur umgibt, schafft Identität, installiert oder löst Machtfragen.
Die intime Schau ermöglicht es, die lautlose Welt einem Ort der internationalen Urbanität zuzuführen - oder umgekehrt. Ob so oder so: In jedem Fall geht es um eine inspirierende Konzentration, Erkenntnis bringende Sammlung; eine Begegnung, die niemals nur erzählerisch oder nur dokumentarisch sein kann.

Eine Ausstellung der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
Kuratiert von Dr. Hans-Jörg Clement
Leiter Kultur der Konrad-Adenauer-Stiftung

︎