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YOGA

Eva Berendes


Wir laden herzlich zur Eröffnung der Einzelausstellung YOGA von Eva Berendes am Donnerstag, den 3. September 2026 um 18 Uhr in B-Part Exhibition ein. Die Ausstellung ist im Rahmen der alljährlichen Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. entstanden, gefördert durch den Else-Heiliger-Fonds (EHF 2010).

In der Ausstellung YOGA zeigt Eva Berendes neue Arbeiten einer gleichnamigen Serie: freistehende textile Körper, über die Yogamatten gelegt oder aus denen sie herausgeführt werden. An den Wänden erscheinen Gipsreliefs mit Öffnungen als reduzierte Setzungen. Materialien, Farben und Anordnungen entfalten ihre bildnerischen Qualitäten zwischen Konstruktion, Anpassung und improvisierter Fügung.

Die Stoffscreens widmen sich Fragen abstrakter Malerei: Farbe, Träger und Fläche werden in den Raum verlagert. Farbe erscheint als textile Hülle, deren Nähte – sichtbar auf die Außenseite gewendet – die Logik ihrer Herstellung exponieren. Wie in vielen ihrer Arbeiten legt die Künstlerin auch in der neuen Serie ein besonderes Augenmerk auf das Verhältnis von Vorder-und Rückseite. Sie interpretiert das traditionelle Wandbild – eine Schauseite mit versteckter, rein konstruktiv notwendiger Rückseite – im Raum neu und fasst dieses Verhältnis als ein gleichwertiges auf. Vorder- und Rückseite bleiben zwar als solche erkennbar, werden aber mit derselben Aufmerksamkeit behandelt. Gestaltung und Konstruktion lassen sich nicht klar voneinander trennen und bewegen sich zwischen Bild, Körper und Architekturfragment.

Die Künstlerin setzt die Yogamatten nicht nur als materiellen Träger von Farbe, Textur und Form ein, sondern auch als Träger von Bedeutung. Sie verweisen auf eine westlich-urbane Lebenswelt, in der Körper, Haltung und Selbstwahrnehmung miteinander verbunden sind. Auch Nude-, Rosa- und Schwarztöne, Batikstoffe, Befestigungsgurte sowie BH-Träger entstammen einem Kontext, in dem der Körper geformt, organisiert, bekleidet und begleitet wird. Die Beziehung von Vorder- und Rückseite findet dabei eine Entsprechung: Vor- und Rückbeugen bilden im Yoga eine Abfolge von Expansion und Sammlung. Was sich nach außen öffnet, steht dem gegenüber, was sich nach innen wendet; Vorder- und Rückseite, Innen und Außen bleiben unterscheidbar und zugleich aufeinander bezogen.

Die Abstraktion in der Malerei des 20. Jh. eröffnete einen Bereich des Vorbegrifflichen – eine Erfahrung, die nicht zuerst über Erzählung oder Bedeutung vermittelt wird, sondern über Materialität, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. YOGA schließt an diese kunsthistorische Tradition an und bezieht zugleich den gegenwärtigen Erfahrungs- und Arbeitskontext der Künstlerin mit ein. Die kulturellen Bezüge der Materialien bleiben ebenso präsent wie Fragen von Leere und Präsenz, Raum und Körper, Balance und Komposition und werden im Spiel der Materialien und Formen mit Wiederholung und Variation neu erprobt.
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Der Ausstellungsraum B-Part Exhibition begleitet die künftige Entwicklung der Urbanen Mitte Am Gleisdreieck mit künstlerischer Autonomie und tritt somit zugleich in einen Dialog mit den übergeordneten Themen des Gesamtprojekts – Formen des New Work, Co-working, Kultur und Sport – und schafft Synergien zwischen künstlerischen, kulturellen und sozialen Ansätzen. Künstlerischer Leiter des B-Part Exhibition ist Rüdiger Lange (loop – raum für aktuelle kunst).