MARKER

Maja Rohwetter

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 19.05.2022, 18:00 Uhr
Ausstellung 20. Mai – 25. Juni 2022
Öffnungszeiten: Mi – Sa, 14 –18 Uhr

B-Part Exhibition
B-Part Am Gleisdreieck
Luckenwalder Str. 6b
10963 Berlin

Dauer und Öffnungszeiten der Ausstellung könnten sich wegen der COVID-19 Situation ändern.
Infos hierzu finden Sie online auf loop@loop-raum.de. Bitte beachten Sie auch die gängigen
Hygienevorschriften und tragen Sie im Ausstellungsraum eine medizinische Maske.

(English version below)


MARKER
Maja Rohwetter

Marker Im Rahmen der Ausstellung Marker überträgt die Künstlerin Maja Rohwetter ihre Bildwelten durch die Oberfläche einer Augmented Reality-App in eine erweiterte Dimension von Realität. In einer sound-immersiven, begehbaren Landschaft, eingebettet in den Realraum von B-Part Exhibition, entfalten  sich die responsiven animierten 3D-Objekte der Künstlerin, die ihren Ursprung in Malerei und Collage haben. Im Spannungsfeld von realen und digitalen Dimensionen werden Betrachter*innen gleichzeitig zu Nutzer*innen. Der Ausstellungstitel verweist dabei auf einen „Marker“, der in der Augmented Reality als Portal in eine Zwischenwelt fungiert: Durch das Scannen des Markers, einer Collage auf dem Boden im Ausstellungsraum, eröffnet die Anwendung AppARition den multisensorischen Eintritt in eine Dimension, in der im Erfahren des Werkes die Grenzen zwischen Analogem und Virtuellem unscharf werden. Inwiefern stellt sich uns der digitale Raum als Realität dar? Wie real ist Realität, die über ein Display wahrgenommen wird?Wo verläuft die Grenze zwischen statischem Bild innerhalb des „frames“ und seiner zeitlichen Dimension? Maja Rohwetters App AppARition entstand während eines dreimonatigen Aufenthalts im B-Part Studio, das im Rahmen des B-Part Am Gleisdreieck unter anderem Künstler*innen einen Raum bietet, die an der Schnittstelle zwischen Kunst, neuen Technologien und zukunftsweisenden Konzepten agieren. Das B-Part begleitet Künstler*innen bei der Entwicklung innovativer künstlerischer Positionen, die sich von traditionellen Kunstbegriffen entfernen und gleichzeitig die Wahrnehmung für ungewohnte Perspektiven schärfen.So ist es möglich, Maja Rohwetters responsive 3D-Welt an jedem beliebigen Ort mit dem Marker durch die App aufzurufen: Sei es im Ausstellungsraum des B-Part Exhibition, dem Park am Gleisdreieck oder jedweder anderen räumlichen Situation. Dabei kann alternativ zur Rauminstallation die Abbildung des Markers auf der Einladungskarte wie auf dem Banner verwendet werden.Die AR-Erfahrung wird so zur portablen Ausstellung, die die Nutzer*innen jederzeit abrufen und in einen anderen räumlichen und inhaltlichen Bezug stellen können — auch nach der Ausstellungszeit in B-Part Exhibition. Marker lädt dazu ein, mit der gewohnten Rezeption von Kunst in klassischen Ausstellungsräumen zu brechen und mithilfe von AppARition in eine künstlerische Interaktion mit dem Stadtraum und dem individuellen privaten Raum zu treten.Nicht nur die Verortung im realen Raum, sondern auch die visuelle Darstellung der virtuellen Welt entziehen sich dabei der Kontrolle der Künstlerin: Die jeweilige Bildwelt entwickeln alle Anwender*innen individuell — auf Grundlage ihrer Bewegung im Raum und der Interaktion der Realität mit den 3D-Objekten. Die erweiterte Realität stellt sich den Nutzer*innen dabei als räumlich begehbar dar. Die Ausstellung lebt von der Partizipation der Besucher*innen. Statt eines Controllers dient der eigene Körper dazu, sich durch die Landschaft aus 3D-Objekten zu navigieren. Marker erschafft einen Dialog zwischen Installation und virtuellen Dimensionen.Maja Rohwetter, deren Werke ursprünglich der Malerei entspringen, verfolgte in den Neunzigern und frühen Zweitausendern den Einzug der Digitalität ins Alltägliche. In ihrer künstlerischen Praxis manifestierte diese sich zunächst in digitalen Collagen, in denen sie erste Interferenzen zwischen dem analogen und digitalen Raum herstellte, die dann in generierter Malerei weiterentwickelt wurden.Die Entstehung der Ausstellung Marker ist nicht unwesentlich auf ihre Auseinandersetzung mit virtuellen Welten in Computerspielen zurückführen: „Das Navigieren als Akt, der etwas erschafft — nämlich das, was im Moment gesehen wird. Und es auch gleichzeitig zerstört. In der virtuellen Welt sind ja alle Dinge immer auf den jeweiligen Betrachter*innenstandpunkt ausgerichtet. Je nachdem, wie man sich verhält, erschafft man mit der App andere Bilder.“Auf die Vielfalt der Deutungsmöglichkeiten dieser Eindrücke weist auch der Titel des Werkes selbst hin — contingencies, übersetzt: „Kontingenzen“. Die Künstlerin bezieht sich dabei auf die Definition des Soziologen Niklas Luhmann, in der „Kontingenz“ etwas weder Notwendiges noch Unmögliches sei — die Möglichkeit, dass etwas Gegebenes, Erfahrenes, so, aber auch anders sein könne als wahrgenommen. Somit verneint der Begriff eine absolute Wahrheit der Realität. Die Möglichkeit des Andersseins wird stets in Betracht gezogen.Marker fordert dazu auf, nicht den konditionierten Sicherheitsabstand zu Kunstobjekten zu halten, sondern sie buchstäblich zu durchschreiten. Und dabei auch das eigene Konzept der Weltaneignung und der Realitätswahrnehmung zu hinterfragen.
Der Ausstellungsraum B-Part Exhibitionbegleitet die künftige Entwicklung der Urbanen Mitte Am Gleisdreieckmit künstlerischer Autonomie und tritt somit zugleich in einen Dialog mit den übergeordneten Themen des Gesamtprojekts – Formen des New Work, Co-working, Kultur und Sport – und schafft Synergien zwischen künstlerischen, kulturellen und sozialen Ansätzen. Künstlerischer Leiter des B-Part Exhibition ist Rüdiger Lange (loop – Raum für aktuelle Kunst).




 
Opening May 19, 6 pm
Exhibition: May 20 - June 25, 2022
Opening Hours: Wed - Sat from 2pm - 6pm
B-Part Exhibition
B-Part Am Gleisdreieck
Luckenwalder Str. 6b
10963 Berlin

Marker
As part of the exhibition Marker, artist Maja Rohwetter transfers her visual worlds into an expanded dimension of reality through the interface of an augmented reality app. In a sound-immersive, walkable landscape embedded in the real space of B-Part Exhibition, the artist's responsive animated 3D objects unfold, which have their origins in painting and collage. In the field of tension between real and digital dimensions, viewers simultaneously become users.The exhibition title refers to a "marker" that functions as a portal to an in-between world in augmented reality: By scanning the marker, a collage on the floor in the exhibition space, the application AppARition opens the multisensory entrance into a dimension in which the boundaries between the analog and the virtual become blurred in the experience of the work. To what extent does digital space present itself to us as reality? How real is reality that is perceived via a display?Where is the boundary between the static image within the "frame" and its temporal dimension?Maja Rohwetter's app AppARition was created during a three-month residency at the B-Part Studio, which, as part of B-Part Am Gleisdreieck, offers a space to artists who operate at the interface between art, new technologies, and forward-looking concepts. B-Part accompanies artists in the development of innovative artistic positions that move away from traditional concepts of art and at the same time sharpen perception for unfamiliar perspectives.Thus, it is possible to call up Maja Rohwetter's responsive 3D world at any location with the marker through the app: be it in the exhibition space of the B-Part Exhibition, the Park am Gleisdreieck or any other spatial situation. As an alternative to the room installation, the image of the marker can be used on the invitation card as on the banner. The AR experience thus becomes a portable exhibition that users can call up at any time and place in a different spatial and content-related context - even after the exhibition time in B-Part Exhibition. Marker invites to break with the usual reception of art in classical exhibition spaces and to enter into an artistic interaction with the urban space and the individual private space with the help of AppARition.Not only the location in real space, but also the visual representation of the virtual world are beyond the artist's control: the respective visual world is developed individually by all users - based on their movement in space and the interaction of reality with the 3D objects. The augmented reality presents itself to the users as spatially walkable. The exhibition lives from the participation of the visitors. Instead of a controller, one's own body is used to navigate through the landscape of 3D objects. Marker creates a dialogue between installation and virtual dimensions.Maja Rohwetter, whose works originally stem from painting, followed the entry of digitality into everyday life in the nineties and early twenties. In her artistic practice, this first manifested itself in digital collages, in which she created the first interferences between analog and digital space, which were then further developed in generated painting.The genesis of the exhibition Marker can be traced back in no small part to her exploration of virtual worlds in computer games: "Navigating as an act that creates something - namely, what is seen in the moment. And also destroys it at the same time. In the virtual world, all things are always oriented to the respective viewer's point of view. Depending on how you behave, you create different images with the app."The title of the work itself - contingencies - also points to the diversity of possible interpretations of these impressions. The artist refers to the definition of sociologist Niklas Luhmann, in which "contingency" is something neither necessary nor impossible - the possibility that something given, experienced, can be so, but also different than perceived. Thus, the term denies an absolute truth of reality. The possibility of otherness is always taken into account.Marker invites us not to keep the conditioned safe distance to art objects, but to literally walk through them. And in doing so, also to question one's own concept of appropriating the world and perceiving reality. 
The B-Part Exhibition space accompanies the future development of the Urbane Mitte Am Gleisdreieck with artistic autonomy and thus at the same time enters into a dialogue with the overarching themes of the overall project - forms of New Work, Co-working, Culture and Sport - and creates synergies between artistic, cultural and social approaches. The artistic director of the B-Part Exhibition is Rüdiger Lange (loop - raum für aktuelle kunst).